Nicolaas Rupke:Der vielfältige Humboldt und seine Beziehung zu Darwin

GRANDES CONFÉRENCES DE LA MISSION CULTURE SCIENTIFIQUE ET TECHNIQUE
Vortrag 14
Donnerstag 28. Mai 2009, 18:30
Hörsaal BS1.03, Campus Limpertsberg

Der vielfältige Humboldt und seine Beziehung zu Darwin

Nicolaas Rupke Universität Göttingen

Wenn wir heute Humboldts gedenken, folgen wir einer langen Reihe von früheren Humboldt-Feiern und Jubiläen. Die weltweite biographische Literatur zu Humboldt, deren Entstehung schon zu seinen Lebzeiten eingesetzt hat, erreichte in den bedeutendsten Gedenkjahren Spitzenwerte von mehreren Hundert Publikationen. Warum diese andauernde, internationale und enorm produktive Humboldt-Gedächtniskultur? Eine systematische Studie des massiven Literaturbestands zeigt, dass Humboldt immer wieder von nationalen und lokalen Interessen umstilisiert und mit einer Reihe unterschiedlicher Identitäten versehen worden ist. U.a. hat die Humboldt-Biografik ihn auch zweimal eng mit Darwin verknüpft, zum ersten Mal im deutschen Kaiserreich, als die Monisten ihn bei ihren Kampf für die Evolutionstheorie einsetzten, und heute wieder, als Teil eines modernen, umweltbewussten und die Globalisierung vorantreibenden Humboldt.

Nicolaas Rupke

Niclaas Rubke

Niclaas Rubke

studierte Geowissenschfaten in Groningen und in Princeton, wo er auch in Meeresgeologie promovierte bevor er zur Wissenschaftsgeschichte wechselte. Er war Fellow der Smithonian Institution, der University of Oxford, der Alexander von Humboldt-Stiftung, des Wellcome Trust, des Institute for Advanced Studies der Niederlande, des US-amerikanischen National Humanities Center und des Institute of Advanced Studies der ANU/Canberra. Von 1994 bis 1997 war er Direktor des Göttinger Instituts für Geschichte der Medizin und im folgenden Jahr erster Inhaber des Nelson O. Tyrone Lehrstuhl der Vanderbilt University in Nashville. Bei seiner Rückkehr nach Göttingen wechselte er als Direktor an das Institut für Wissenschaftsgeschichte. Er
ist Mitglied der Geological Society of America, der Geological Society of London, der Royal Historical Society, der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina und der Göttinger Akademie der Wissenschaften.
Seine Forschungsinteressen richten sich auf die Bio- und Geowissenschaften der späten Neuzeit in Deutschland und Großbritannien. Er bevorzugt den biographischen Ansatz und ist Verfasser von Büchern über William Buckland, Richard Owen und Alexander von Humboldt. Außerdem hat er verschiedene Aufsatzbände zur wissenschaftlich-gesellschaftlichen Themen herausgegeben, Vivisection in Historical Perspective (1987), Science, Politics and the Public Good (1988), Ideas and Ideologies (1994), Medical Geography in Historical Perspective (2000) und Eminent Lives in Twentieth-Century Science and Religion (2007). Seine laufenden Forschungen beschäftigen sich mit Biographien Göttinger Naturwissenschaftler, darunter eine Arbeit zu Johann Friedrich Blumenbach.

Nach dem Vortrag findet die Vernissage der Ausstellung Der letzte der Großen. Alexander von Humboldt. Konturen eines Genies (bis 18. Juni) statt.
PDF: Vortrag Rupke

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